Venedig

Die Geschichte Venedigs

Erste Besiedlung

Die Besiedlung der Lagunen und Inseln auf dem heutigen venezianischen Gebiet ist bis ins 8. Jahrhundert v. Chr. zurückzuverfolgen. Die günstige Lage an der adriatischen Küste lockte besonders Flüchtlinge der Völkerwanderung, die sich dort niederlassen.

Stadtgründung

421 n. Chr. wird Venedig gegründet und 697 beginnt der Weg in die Unabhängigkeit der Stadt durch die Einführung einer eigenen Herrschaftsstruktur mit einem Dogen an der Spitze. Dieser ist ein durch Adel und Klerus gewähltes Oberhaupt der Stadt und hat richterliche und militärische Macht. Als Machtinsignie dient die Dogenmütze (Corno Ducale). Seit 394 n. Chr. ist das Christentum Staatsreligion und 774 wird das Bistum Venedig gegründet.

Das Mittelalter

Durch Handelsprivilegien, die Venedig von Karl dem Großen erhält, kann sich die Stadt zu einer starken Handels- und Seemacht entwickeln. Im Jahr 811 wird Venedig Sitz des venezianischen Seebundes und der Regierungssitz wird nach Rialto verlegt. Am Anfang des 10. Jahrhunderts gelingt es den Venezianern die Piraten vor ihrer Küste zu vertreiben, wodurch Venedig zur Seemacht aufsteigen kann.
Im 11. Jahrhundert wird schließlich La Serenissima Repubblica di San Marco (Die allerdurchlauchtigste Republik des Heiligen Markus) gegründet.

Zu Beginn des frühen Mittelalters erreichen die Dogen den Höhepunkt ihrer Macht, da sie über uneingeschränkte Autorität verfügen und das Amt auf Lebenszeit innehaben. Viele einflussreiche Familien kämpfen um die Dogenmacht. Daher wird 1172 der Große Rat als Kontrollinstanz eingeführt, um die Machtergreifung einer einzelnen Familie zu verhindern. Ab 1310 kommt der „Rat der Zehn“ hinzu.
Wie in jeder mittelalterlichen Stadt steht der Adel in Venedig an der Spitze der Gesellschaft und ist für Politik und Militär zuständig. Die bürgerlichen Kaufleute dominieren den Handel und die größte Bevölkerungsschicht sind Soldaten, Handwerker mit ihren Zünften, Kleinhändler etc.

Bis zum 15. Jahrhundert erlangt Venedig eine einzigartige Vormachtsstellung im Mittelmeerraum. Diese hat die Stadt den Handelsprivilegien, die ihr von Byzanz eingeräumt wurden, zu verdanken, wodurch der Gewürzhandel etc. aufblüht. Auch die günstige Lage zu Kleinasien und die Erfahrungen, die die venezianischen Seefahrer hatten, begünstigen den Aufstieg zur Handelsmacht. Venedig dient selbst als Startpunkt für Kreuzzüge. Durch Eroberungen kann Venedig seinen Einflussbereich ausdehnen.
Besonders der Handel mit Glas, das von venezianischen Glasspezialisten hergestellt wird, macht Venedig berühmt.

Abschied von der Weltmacht

Im 14. Jahrhundert fällt über die Hälfte der venezianischen Bevölkerung der Pest zum Opfer und es beginnt der Abstieg Venedigs. Durch die Entdeckung von Seewegen nach Amerika und Ostindien am Ende des 15. Jahrhunderts verliert Venedig als Handelsplatz an Bedeutung und tritt diese Position an Genua ab. Auch die Kolonien muss Venedig nacheinander abtreten. Durch Vertreibung der Juden, die als einzige auf Grund ihrer Religion Geld verleihen durften, aus der Stadt stirbt das Bankwesen.

1797 wird Venedig durch Napoleon Bonaparte erobert, fällt danach an Österreich und schließlich 1866 an Italien.

Heute ist das Reiseziel Venedig eines der beliebtesten in Italien. Unzählige Touristen bevölkern jedes Jahr die Inselstadt und besetzten in den unzähligen Café's die exklusiven Möbel. Venetien Reiseinformationen finden Sie auf: www.venedig-venetien.de.